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Antibiotikaresistenzen – eine Herausforderung unserer Zeit

Antibiotikaresistenzen – eine Herausforderung unserer Zeit

Schon seit Jahren warnt die WHO davor – zu viel Antibiotikaeinsatz kann zu Resistenzen führen. Durch die rasche Globalisierung verbreiten sich Resistenzen unglaublich schnell. Dazu kommt, dass immer wieder neue „multiresistente Keime“ entdeckt werden. Das sind Bakterien, welche auf kein bekanntes Antibiotika mehr reagieren. Antibiotikaresistenzen stellen eindeutig eine ernstzunehmende Problematik dar. Da dieses Thema uns alle betrifft, kannst du dich dazu in diesem Blog genauer informieren. 

 

 

Was bedeutet resistent?

 

 

Grundsätzlich wirken Antibiotika bei bakteriellen Infekten. Diese kommen zum Beispiel bei Angina tonsillaris also eine Entzündung der Mandeln, bei Blasenentzündung oder auch bei Lungenentzündungen vor. Nun wird je nach dem bei einem solchen Infekt ein Antibiotika verschrieben. Es zeigt keine Wirkung – ein anderes muss verschrieben werden. Es wird immer häufiger, dass zwei oder drei verschiedene  Antibiotika verschrieben werden müssen, bis die erhoffte Wirkung eintritt. Die Bakterien, die den Blaseninfekt oder die Angina ausgelöst haben, sind also resistent gegen einen Teil der verschriebenen Medikamente.

 

 

Dass Resistenzen entstehen, ist grundsätzlich ein natürliches Phänomen. Denn wenn sich Bakterien vermehren unterlaufen ihnen automatisch immer Fehler. Beim Vermehren muss das Erbgut kopiert werden. Das Abschreiben funktioniert nicht immer korrekt und es kommt zu Kopierfehlern. So entstehen neue Abkömmlinge mit anderen Erbinformationen. Gewisse reagieren nicht auf bestimmte Antibiotika und können sich, selbst unter Einsatz eines solchen Medikaments, munter weiter vermehren. Der mehr oder weniger gezielte Einsatz von spezifischen Antibiotika durch den Menschen, fördert diesen natürlichen Prozess, denn jedesmal wenn ein Antibiotika verabreicht wird, können die Bakterien, die das Medikament „überleben“, sich weiter vermehren. Das sind dann eben die, die resistent dafür sind. 

 

 

Warum ist es wichtig, Resistenzen zu vermeiden?

 

 

Auch ich als Alternativmedizinerin muss zweifellos sagen, dass Antibiotika eine der effektivsten und grössten Errungenschaften der Schulmedizin sind. Sie haben dazu beigetragen, dass es unser System und unsere Gesellschaft so wie sie heute ist, überhaupt erst gibt. Ohne Antibiotika würden die Menschen im schlimmen Fällen noch immer an bakteriellen Lungenentzündungen sterben. Wenn wir also weiterhin ein solch wirksames Medikament, in den richtigen Momenten zur Verfügung haben wollen, gilt es, diese Errungenschaft zu wahren.

 

 

Warum gibt es Resistenzen?

 

 

Ein Grund für die immer häufiger werdenden Resistenzen, ist der unsachgemässe Einsatz. Antibiotika soll grundsätzlich nur dann eingesetzt werden, wenn anderenfalls Komplikationen innerhalb des Verlaufs einer Infektion befürchtet werden. In verschiednen Länder, werden Antibiotika sehr leichtsinnig verschrieben – teilweise sind sie sogar ohne Rezept erhältlich. Resistenzen sind also häufig aus dem Ausland „eingeschleppt“.

 

 

 

 

 

Antibiotika werden zudem häufig zu schnell abgesetzt. Wenn sich Patienten wieder gut fühlen, und das kann unter Antibiotikakur relativ schnell gehen, setzten sie das Medikament selber ab, ohne die verschrieben Dosierung, zu Ende zu nehmen. Es ist deshalb unglaublich wichtig, die Dosierungsanweisungen des Arztes und des Apothekers zu befolgen. 

Auch der falsche Einsatz von Antibiotika ist ein begünstigender Faktor für Resistenzen, denn manchmal werden sie auch bei einem viralen Infekt verschrieben. Dann sind sie jedoch wirkungslos. 

Der breite Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung spielt ebenfalls eine Rolle. Nutztiere scheiden zwar das Medikament zu einem grossen Anteil wieder aus, jedoch gelangt es so durch Düngung  von Landwirtschaftsflächen wieder ins Ökosystem. Mit dem Regen können die Rückstände bis ins Oberflächen- oder Grundwasser gelangen. In unseren Böden kommen natürlicherweise Bakterien vor. Auch diese können Resistenzen gegenüber den ausgeschiedenen Antibiotika entwickeln.

 

 

 

 

 

 

Die Lage in der Schweiz 

 

 

Grundsätzlich steht die Schweiz nicht unbedingt schlecht da, wenn es um die Häufigkeit von Antibiotikaeinnahmen geht. Der Verbrauch bei uns ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr gering. Trotzdem sind die Resistenzentwicklungen eine Problematik, die die ganze Welt betrifft. Denn auch wir bleiben durch die Globalisierung und Agrarwirtschaft nicht verschont davon. 

Der Bund ergreift seit einigen Jahren Massnahmen gegen die Entstehung von Antibiotikaresistenzen. Die Massnahmen umfassen diverse Handlungsfelder in den Bereichen Umwelt, Mensch und Tier. Auch wenn die Schweiz grundsätzlich im Vergleich einen sparsamen Einsatz verzeichnet, könnten dennoch Antibiotika eingespart werden.

Gerne verlinke ich die hier nochmals die entsprechenden Informationsseiten des BAG.  

 

 

Wichtige Tipps:

 

 

  • Falls du in der Schweiz in ein Spital eintreten musst, solltest du das Personal über kürzliche Aufenthalte in ausländischen Krankenhäusern informieren.
  • Wenn du Antibiotika nehmen musst, dann halte unbedingt die Anweisungen und Verschreibung ein. 
  • Trag Acht zu deinem Immunsystem und deiner Gesundheit, um Infekte zu vermeiden und somit auch den Einsatz von Antibiotika. 
  • Setze bei deinen Kaufentscheiden auf ökologisch Produktion. Biobetriebe sind weniger leistungsorientiert und müssen dadurch weniger Antibiotika bei der Produktion einsetzen. 
  • Setze auf Alternativmedizin. Falls du einen Infekt bekommen solltest und dieser alternativmedizinisch behandelbar ist, dann wähle diese Strategie. Durch Methoden wie Homöopathie lassen sich auch bei bakteriellen Infekten gute Erfolge erzielen. Ich empfehle dir aber, dich von einem diplomierten Naturheilpraktiker beraten zu lassen, denn dieser kennt auch die Grenzen seiner Methode. Es gibt zweifelsohne Situationen, in denen eine zusätzliche schulmedizinische Intervention nötig wird. 

 

 

 

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