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Husten homöopathisch behandeln

Husten homöopathisch behandeln

 

Die Temperaturen fallen nun immer mehr in den nullgrad Bereich und mit der winterlichen Witterung, halten auch die hartnäckigen Erkältungen Einzug. Husten kann dabei ein sehr dominantes und unangenehmes Leiden sein. Mit den 6 häufig verwendeten Hustenarzneien, die in diesem Blog vorgestellt werden, ist man in vielen Fällen gut bedient und kann bei fachgerechter Anwendung den Husten in den Griff bekommen. 

Natürlich setzt eine Selbstbehandlung ein gewisses Grundwissen voraus und ersetzt die Konsultation bei einer Gesundheitsfachperson, vor allem in schweren Fällen, nicht. 

Aber nun zuerst einmal zum Husten an sich:

 

 

Husten 

 

Husten ist ein Symptom und keine eigenständige Diagnose. Das bedeutet, Husten tritt auf, als Krankheitszeichen, bei einem Infekt beziehungsweise einer Erkältung. Natürlich gibt es aber auch andere Ursachen, wie zum Beispiel: chronische Bronchitis (häufig bei Raucher), schwerwiegende Erkrankungen wie Lungenkarzinom oder Tuberkulose, Asthma, Herzinsuffizienz, als Folge von Nebenwirkungen einiger Medikamente (z.B. ACE-Hemmer zur Blutdrucksenkung) oder durch Schädigung der Lunge mit giftigen Dämpfen und Stäuben. Bei Kinder muss man auch immer an eine kompliziertere Infektionskrankheit denken wie Keuchhusten, Krupp oder Pseudo-Krupp. Bei passender Symptomatik empfehle ich in diesen Fällen, einen Arzt aufzusuchen. 

Grundsätzlich ist Husten ein wichtiger Schutzmechanismus. Er hilft dabei die Schleimhäute des Atemtraktes von Schmutzpartikel, Schleim und Krankheitserreger zu befreien. Dieser Reinigungsmechanismus läuft grundsätzlich in drei Phasen ab. Zuerst werden die Lungen ausgedehnt, Luft strömt ein. Der Kehlkopfdeckel schliesst sich und wird dann, bei der kraftvollen Ausatmung, ruckartig geöffnet.  Die Luft strömt mit einer Geschwindigkeit von mehreren hundert Stundenkilometern heraus und mit ihr Fremdstoffe, Sekret und Pathogene. 

Husten ist übrigens auch ein so genannter Schutzreflexen. Er schützt uns davor, dass Flüssigkeiten, Nahrungsbestandteile oder andere Fremdkörper in unsere Lungen gelangen. Dort könnten sie nämlich einen Hauptast der Bronchien verstopfen, woran man ersticken könnte. Es kann aber auch zu Lungenentzündungen, durch Kontakt der empfindlichen Atemschleimhaut mit Fremdsubstanzen, kommen. All das versucht dieser Schutzreflex unwillkürlich zu vermeiden. 

 

Husten bei einer Erkältung 

 

Der Husten im Rahmen einer einfachen Erkältung läuft meist wie folgt ab: Meist liegt ein Infekt mit einem Virus vor. Anfangs kommt es zu Schnupfen, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch Heiserkeit kann eine Begleiterscheinung sein. Ein allgemeines Krankheitsgefühl tritt auf. Dann beginnt ein trockener Husten, der bald produktiv wird. Der Auswurf (Sputum) ist meist schleimig-eitrig. Es kann zu erhöhter Temperatur oder normalem Fieber kommen. Vorsicht ist geboten bei hohem Fieber. Dann kann auch eine Lungenentzündung vorliegen. 

 

Homöopathische Behandlung

 

 

Um Husten homöopathisch behandeln zu können, müssen zunächst einige Fragen beantwortet werden. Hier einige Beispielfragen: 

 

  • Seit wann hustet der Patient?

 

  • Was hat den Husten ausgelöst?

 

  • Ist der Husten trocken oder produktiv (mit Schleimauswurf)? 

 

  • Wie sieht der Schleim aus? (Fest, zäh, dünn, flüssig, farblos, gelb, grünlich?)

 

  • Treten während dem Husten Schmerzen auf?

 

  • Wann ist der Husten besonders schlimm und wann ist der Husten verbessert? (Morgens oder abends? Während des Tages oder in der Nacht? Im liegen oder aufrecht? An der frischen Luft oder in Raum? Beim Atmen von kalten oder warmen Luft?)

 

  • Treten noch andere Beschwerden auf? (Etwa Übelkeit, Brechreiz, Fieber Kopfschmerzen…) 

 

  • Zeigt der Kranke irgendetwas Auffälliges in seinem Verhalten? (Eine besondere Reizbarkeit, Durst etc.) 

 

 

Wenn einige dieser Fragen präzise beantwortet werden konnten, kann abgemessen werden, welches Mittel am ähnlichsten zum Krankheitszustand des Betroffenen passt. 

 

Ist ein Mittel gefunden, werden 3 Globuli unter die Zunge gegeben. Ich empfehle bei akuten krankheitsbedingten Behandlungen mit einer C30 oder C12 zu verfahren. Falls man eine homöopathische Hausapotheke besitzt, ist einem die Potenz meist vorgegeben und man muss sich diese schwere Frage gar nicht erst stellen. Über eine C30 sollte man in akuten Fällen aber nicht gehen. 

 

Nach der ersten Gabe muss ca. 30 Minuten abgewartet werden. Tritt eine Besserung in dieser Zeit ein, kann weiter gewartet und beobachtet werden. Falls sich die Beschwerden nur teilweise gebessert haben oder sie nach einiger Zeit wieder kommen, kann die Einnahme wiederholt werden.

Wenn auf diesem Weg keine Besserung eintritt, muss eine Fachperson konsultiert werden. 

 

Was ich an dieser Stelle auch noch gerne anmerken möchte: Falls der Betroffene bereits in homöopathischer Behandlung ist, sollte die Gabe unbedingt mit dem behandelnden Homöopathen abgesprochen werden! Auch eine akute Behandlung kann eine laufende chronische Behandlung stören. 

 

In der Schweiz wird zudem ein homöopathischer Notfalldienst geführt. Fachpersonen stehen Nachts und am Wochenende für Rückfragen unter folgender Nummer zur Verfügung: 0900 57 85 06

 

Häufige homöopathische Heilmittel bei Husten

 

Aconitum napellus 

Der Husten bei Aconitum ist trocken und hackend. Es wird kaum Schleim hervor gehustet. Das Atmen ist laut und mit Anstrengung verbunden. Es kann empfunden werden, als wäre der Hals trocken oder gar zusammengeschnürt. Aconitum ähnlicher Husten tritt als Folge von einem Aufenthalt in trockener Kälte auf. Das kann sein, dass man bei dieser Wetterlage draussen war oder bei gewissen Leuten reicht auch die Exposition in kalter Zugluft. Die Beschwerden entwickeln sich rasch und gehen oft mit Fieber einher. Die Haut ist dabei heiss und trocken. Der Erkrankte hat grossen Durst und verhält sich unruhig und ängstlich. Die Beschwerden nehmen in ruhiger Umgebung und im Freien ab und im Liegen, in warmen Räumen und nach Mitternacht zu. 

 

Belladonna 

Anders als bei Aconitum, löst bei Belladonna nass-kaltes Wetter die Erkältung aus. Plötzlich tritt heftiger Husten auf. Die Schleimhäute sind trocken, was ein Kitzeln im Hals auslöst. Der Husten hört sich bellend und trocken an und tritt krampfartig auf. Dabei kommt es zu stechenden Schmerzen in der Brust. Auch der Kehlkopf schmerzt, der Patient wird heiser oder verliert gar die Stimme. Beim Atmen kann es zu einem pfeifenden Geräusch kommen. Auch bei diesem Mittel ist Fieber im Krankheitsverlauf typisch. Der Körper fühlt sich glühend an und ist mal blass, mal gerötet. Durst tritt absolut nicht auf. Die Grundstimmung ist ängstlich. Der Hustenreiz wird besser durch eine halbaufrechte Lage im Bett. Eine Verschlechterung gibt es durch Sprechen, nachts, in kalter Umgebung oder auch beim flachen Hinlegen. 

 

Bryonia 

Die Erkältung trat auf nach einem Aufenthalt in trockener, kalter Witterung. Der Betroffene klagt über einen harten, hackenden und trockenen Reizhusten, der einem zwingt sich im Bett auf zusetzen. Der Hustenreiz kann so schlimm sein, dass es zu Erbrechen kommen kann. Die Symptomatik tritt zaghaft ein und verstärkt sich aber beständig. Kehlkopf und Luftröhre schmerzen. Auch hier kann es zu Heiserkeit und Stichen in der Brust kommen. Um den Schmerz zu kompensieren, atmet der Patient langsam und tief. Beim Husten hält er sich die Brust. 

Häufig ist der Mund trocken und ein bitterer Geschmack wird wahrgenommen. Durst ist vorhanden, vor allem auf kalte Getränke. Auch drückende Kopfschmerzen und Schwindel sind typische Begleitsymptome bei einer Erkältung mit Bryonia-Charakter. Die Stimmung ist mürrisch und leicht reizbar. Die Beschwerden nehmen vor allem am Morgen zu, nach Essen und Trinken oder beim Betreten eines warmen Raumes. Ruhe und kühle Getränke können den quälenden Husten lindern. 

 

Pulsatilla 

Der Krankheitszustand von Pulsatilla zeichnet sich aus durch einen lockeren, schleimigen Husten am morgen und einen quälenden, trockenen Husten abends, der einem vom Einschlafen abhält. Typischerweise wird ein Druck auf dem Brustkorb wahrgenommen, begleitet von einem Wundheitsgefühl. Heiserkeit kommt und geht. Die Atmung ist kurz, was Angst und Herzklopfen auslösen kann. Beim Hinlegen kommt das Gefühl zu ersticken. Der Betroffene verspürt keinen Durst und reagiert auf die Krankheit mit weinerlicher Stimmung. Nähe und Zuwendung tun gut. Ausserdem verbessern kalte Speisen und kühle Getränke, die aufrechte Position des Oberkörpers oder auch der Aufenthalt im Freien. Hitze oder ein warmes Zimmer verschlechtern die Symptome. Am Abend wird die Erkältung als besonders schlimm wahrgenommen. 

 

Hepar sulfuris 

Der Anstoss zum Krankwerden gibt bei diesem Arzneimittel der Aufenthalt im kalten Wind bzw. Luftzug. Der daraus resultierende Husten ist rasselnd, locker, würgend und erstickend. Gelblich-grünlicher Schleim wird ausgehustet. Auch Heiserkeit ist ein bekanntes Symptom. Es geht häufig mit der Empfindung eines Splitters im Hals einher. Beim Schlucken ist dieser Schmerz besonders schlimm. Ein Stich vom Hals bis ins Ohr ausstrahlend ist typisch. Der Körper ist heiss und schwitzig. Trotzdem verlangt der Erkrankte sich in einer Decke einhüllen zu können. Das Entblössen von Körperteilen verschlimmert nämlich den Husten wiederum. Durst besteht vor allem auf saure Getränke. Feuchtes Wetter und Wärme sowie Essen verbessern die Beschwerden. Schlimmer werden sie durch Kälte, kalte Speisen oder Getränke. Ausserdem geht es morgens und im Liegen schlechter. 

 

Ipecacuanha 

Der Husten dieser Arznei ist besonders produktiv. Die Lunge ist voller Schleim. Dieser lässt sich aber nur schwer abhusten. Jeder Atemzug reizt zu einem neuen Hustenanfall. Der Schleim verursacht in der Brust Rasselgeräusche, die deutlich hörbar sind. Mit dem Husten kann es auch zu Würge- und Brechreiz kommen. Durch die erstickenden Hustenanfälle, kann sich die Haut blass bis bläulich verfärben. Charakteristisch ist auch kalter Schweiss. Der Patient fühlt sich wie eingeschnürt. Gegen Ende der Erkältung kann es dann auch noch zu Heiserkeit kommen. Linderung kann durch kalte Getränke erzielt werden. Feuchte, warme Luft verschlechtert die Hustensymptomatik, ausserdem nimmt sie im liegen zu. 

 

 

Natürlich hoffe ich, dass ihr alle Erkältungsfrei durch die Wintermonate kommt und falls es euch doch erwischen sollte, hoffe ich, dass ihr das richtige homöopathische Mittel zur Hand habt um schnell und gut gesund zu werden. 

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